Schülerinnen und Schüler

Studie zur Entrepreneurship Education lobt Übungsfirmen und Junior Companies

Fokus der Studie ist Entrepreneurship als Schlüsselkompetenz in Europa. In Österreich wurde im Auftrag des BMBF ein Impulszentrum eingerichtet, welches die Aufgabe hat, Entrepreneurship als Querschnittsmaterie in allen Schulen zu implementieren. Umsetzungsbeispiele sind vor allem die Übungsfirmen, die im berufsbildenden Bereich bereits sehr stark verankert sind und in der Studie explizit gelobt werden. Auch in den allgemeinbildenden Schulen ist Entrepreneurship Education ein Thema, allerdings noch nicht im Lehrplan verankert.

Zitat aus Highlights: „Research suggests that methods which involve students in experiences outside the classroom and connect them to the real world are central to entrepreneurship education. However, the report shows that only a few countries make practical entrepreneurship experiences – such as the creation of mini or junior companies, or project-based work – a regular and compulsory part of the curriculum.“   

Österreich hat durch die Einbindung des Themas in eine Bildungsstrategie (die Lifelonglearning-Strategie) einen vorbildlichen Weg beschritten. Die Einrichtung und Förderung eines spezifischen Ressourcenzentrums (Bundesweites Impulszentrum für Entrepreneurship-Education an der BHAK und BHAS Wien 13  http://www.eesi-impulszentrum.at/) durch das BMBF wird in der Studie explizit positiv erwähnt. Österreich erreicht alle Ziele, die in der Strategie zum  lebensbegleitenden Lernen formuliert sind. Die Strategie zum „Lebensbegleitenden Lernen“ findet sich unter:  http://erwachsenenbildung.at/themen/lebenslanges_lernen/oesterreichische_strategie/aktuell.php

Hinsichtlich der LehrerInnenbildung wird in Österreich auf die derzeitige "Umbruchsituation" und die Einführung der "LehrerInnenbildung NEU" hingewiesen. Bis dato beschränkte sich die Einbindung der Erziehung zum unternehmerischen Denken und Handeln in der LehrerInnenerstausbildung auf einzelne Fächerbereiche, generell ist es kein verbindliches Modul. Dies ist aber in den meisten europäischen Ländern so. Die LehrerInnenfortbildung sieht in Österreich in diesem Bereich bisher keinen Schwerpunkt. Der Bereich Berufsorientierung wird jedoch kontinuierlich gestärkt und ausgebaut.

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek: „Die jungen Menschen lernen sich Ziele setzen, kreativ nach Umsetzungsideen zu suchen und  konsequent an der Umsetzung der Ideen zu arbeiten, dabei selbständig vorzugehen und auch Verantwortung zu übernehmen. Dies sind Kompetenzen, die am späteren Arbeitsplatz erwartet und benötigt werden, die aber auch im Studium und in der persönlichen Lebensführung Bedeutung haben. Die Beschäftigungsfähigkeit der jungen Menschen steigt durch Entrepreneurship Education enorm. Einerseits geht es um die Sicherung des Wirtschaftsstandortes Österreich, der durch eine konsequente Entrepreneurship Education die Nachwuchskräfte für die Zukunft erhält. Die Highlights der Studie finden sich anbei.

Hintergrundinformation:

Die Förderung der Erziehung zum unternehmerischen (selbstständigen) Denken und Handeln ist ein wichtiges Anliegen der europäischen Zusammenarbeit. Seit dem Jahr 2006 gibt es vom EU-Parlament Empfehlungen zu Schlüsselkompetenzen für lebensbegleitendes Lernen. Die Empfehlung definiert acht Schlüsselkompetenzen: Muttersprachliche Kompetenz, Fremdsprachliche Kompetenz, Mathematische Kompetenz und grundlegende naturwissenschaftlich-technische Kompetenz, Computerkompetenz, Lernkompetenz, Soziale Kompetenz und Bürgerkompetenz, Eigeninitiative und unternehmerische Kompetenz, Kulturbewusstsein und kulturelle Ausdrucksfähigkeit.

Die EU-EURYDICE-Studie „Entrepreneurship Education at School in Europe“ setzt sich mit der Verankerung der Erziehung zum unternehmerischen (selbständigen) Denken und Handeln  in den allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen anhand von drei  Hauptthemenbereichen auseinander:  Einbettung in nationale Strategien, Einbindung in die Curricula, Erst- und Fortbildung sowie Unterstützung der Lehrer/innen und Lehrer. Die Veröffentlichung besteht aus einer komparativen Analyse im Ausmaß von 100 Seiten, die mit einer Darstellung der "main findings" beginnt (S. 7 bis 18) sowie 38 Länderkurzbeschreibungen (90 Seiten).

Norbert Hanauer | Fr, 4. März 2016