Schülerinnen und Schüler

Lungau bietet einzigartige Ausbildung zum „Cyberpolizisten“


„Cybersicherheit“ an der HAK Tamsweg / Experten der Polizei und des Katastrophenschutzes unterstützen

Salzburger Landeskorrespondenz, 09. April 2021

(LK)  Mit der fortschreitenden Digitalisierung und Technologisierung steigt gleichzeitig auch der Bedarf an Expertise im Bereich der IT- und Cybersicherheit. Die HAK in Tamsweg installiert deshalb einen neuen, bundesweit einzigartigen Ausbildungszweig mit dem Schulversuch „Sicherheitsmanagement und Cyber-Security“ in enger Zusammenarbeit mit dem Innenministerium und der Salzburger Landespolizeidirektion sowie Katastrophenschützern.

Neue „Cyberpolizisten“

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„Es ist das Thema das uns jetzt und in Zukunft massiv beschäftigen wird. Die ersten Schülerinnen und Schüler starten die zukunftsträchtige Ausbildung bereits im kommenden Schuljahr. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit in unserem Land und für die Stärkung des Lungaus“, so Landesrätin Daniela Gutschi am Freitag in Tamsweg. Kapazität gibt es vorerst für eine Klasse, also zirka 25 Jugendliche.

HAK Cybersicherheit - Land Salzburg / Neumayr – Leopold

Ab Herbst 2021 startet in der HAK Tamsweg der Schulversuch „Sicherheitsmanagement und Cyber-Security“. „Dieses österreichweit einzigartige Angebot bietet einen tollen Mehrwert für unser Bildungssystem und für den Lungau als Region“, so LR Daniela Gutschi, im Bild mit HAK-Tamsweg-Direktor Herbert Giegerl, LP-Dir. Bernhard Rausch und Bildungsdirektor Rudolf Mair.

Infografik Internetkriminalität 2017 bis 2020 Die Kriminalitätsstatistik der vergangenen Jahre zeigt einen starken Anstieg von Verbrechen im Internet.

Die Kriminalitätsstatistik der vergangenen Jahre zeigt einen starken Anstieg von Verbrechen im Internet. „Cyberkriminalität ist das Thema, das uns jetzt und in Zukunft massiv beschäftigen wird. Mit dieser neuen Ausbildung bereiten wir uns bestmöglich darauf vor“, betont LR Daniela Gutschi.

Landesrätin Daniela Gutschi mit Valentin Brugger aus Tamsweg, der ab Herbst den Schulversuch Cybersicherheit an der HAK Tamsweg besuchen wird

LR Daniela Gutschi mit Valentin Brugger (14), der ab Herbst 2021 den Schulversuch "Cybersicherheit" an der HAK Tamsweg besuchen wird.

Die Jobs der Zukunft

Die Sicherheitsanforderungen im Techniksektor steigen aufgrund der wachsenden Internetkriminalität Jahr für Jahr an. Nicht zuletzt deshalb sind gut ausgebildete Fachkräfte sehr gefragt, es sind die Jobs der Zukunft in diesem Bereich – begehrt und krisensicher. Der neue Zweig „Sicherheitsmanagement und Cyber-Security“ in der HAK Tamsweg setzt genau an dieser Entwicklung an und bildet ab Herbst 2021 junge Cyber-Sicherheitsexpertinnen und -experten aus – Hand in Hand mit dem Innenministerium und Spezialisten der Polizei Salzburg.

Gutschi: „Kombinierte Ausbildung mit Mehrwert.“

Bildungslandesrätin Daniela Gutschi blickt bereits mit großer Vorfreude auf den Start der neuen Ära an der HAK Tamsweg: „Dieser Ausbildungszweig vereint zahlreiche positive Aspekte: Neben den traditionellen Stärken der Handelsakademie, wie in Wirtschafts- und Digitalthemen, erfahren die Schülerinnen und Schüler auch Fachwissen aus der Praxis von der Polizei sowie vom Sicherheits- und Katastrophenschutz des Landes. Dieses österreichweit einzigartige Angebot bietet einen tollen Mehrwert für unser Bildungssystem und für den Lungau als Region. Sie ist vor allem auch eine zukunftsträchtige Ausbildung mit Jobgarantie für die Schülerinnen und Schüler, die eine Stärkung der Sicherheit in unserem Land bringt. Unser Auftrag ist es, diese Zukunftsthemen aufzugreifen und in unsere Bildungslandschaft zu integrieren.“

Rausch: „Ausbildung für das digitale Zeitalter.“

Auch Salzburgs Landespolizeidirektor Bernhard Rausch sieht in der Kooperation mit der HAK Tamsweg viel Potenzial für die Zukunft: „Einerseits soll diese Kooperation der vermehrten Nachfrage im Digitalisierungs-Bereich nachkommen, andererseits auch den Veränderungen des Arbeitsmarktes Rechnung tragen. Erklärtes Ziel ist die Ausbildung von qualifizierten Absolventinnen und Absolventen, die ein Unternehmen auf potenzielle Bedrohungen durch Internetkriminalität vorbereiten, durch eine Krise begleiten können sowie anschließend die richtigen Präventionsmaßnahmen treffen. Auch staatliche Institutionen - wie zum Beispiel wir als Polizei - haben hohes Interesse und einen steigenden Bedarf an Absolventinnen und Absolventen einer solchen Ausbildung, die zukünftig eine noch höhere Relevanz haben wird.“

Mair: „Für kluge Köpfe in und um Salzburg.“

„Der Bereich der Cybersecurity entwickelt sich tagtäglich weiter und bietet deshalb abwechslungsreiche Lehrinhalte. Später kommen noch lukrative Jobperspektiven mit Zukunft dazu. Diesen neuen Schulversuch möchten wir deshalb in der Salzburger Schullandschaft langfristig etablieren. Aufgrund der Einzigartigkeit möchten wir zudem gezielt Schülerinnen und Schüler über die Bundeslandgrenzen hinweg ansprechen“, so Bildungsdirektor Rudolf Mair.

Giegerl: „Die Fachkräfte von morgen.“

„Die Zukunft der Sicherheit ist zweifelsohne digital. Datenlecks, Betrügereien und so weiter zeigen immer wieder, wie wichtig hier ausreichender Schutz ist. Ich bin sehr stolz, dass wir ab Herbst 2021 junge Menschen dazu bei uns in Tamsweg ausbilden können. Das ist für uns als Schule, für Tamsweg und schließlich für den ganzen Bezirk und auch das Bundesland äußerst wichtig. Wir hoffen, dass unserem Schulversuch viele folgen“, betont Direktor Herbert Giegerl und ergänzt: „Von Cyber Security, über Praxisthemen aus dem juristischen Bereich bis hin zum Aufbau eines Security Management Systems bieten wir den Schülerinnen und Schülern vielseitige Kompetenzen in einem aussichtsreichen Berufsfeld an.“ Zum Beispiel für Valentin Brugger (14) aus Tamsweg, der ab Herbst den Schwerpunkt besucht: "Ich freue mich schon darauf, vor allem auf die Zusammenarbeit mit der Polizei", betont Valentin.

Die Eckdaten zum Schulversuch in Tamsweg

  • Der Schulversuch „Sicherheitsmanagement und Cyber-Security“ startet im kommenden Schuljahr 2021/2022.
  • Die Schülerakquirierung erfolgt aufgrund der Einzigartigkeit der Ausbildung über die Bezirks- und Landesgrenzen hinweg. Neben den allgemein gültigen Bedingungen für die Aufnahme an der Handelsakademie ist ein Aufnahmecheck geplant.
  • Kombination von traditionellen Ausbildungsinhalten der HAK mit Expertenwissen von Polizei, Sicherheit- sowie Katastrophenschutz
  • Die Absolventinnen und Absolventen können sowohl als Exekutivbeamte als auch im privatwirtschaftlichen Sektor arbeiten. Im Rahmen des Unterrichts wird zusätzlich auf das Auswahlverfahren der Polizei vorbereitet.
  • Potenzielle Arbeitgeber: Klein- und Mittelbetriebe, Innenministerium, Verteidigungsministerium, Krisen- und Katastrophenmanagement von Bund, Land und Bezirkshauptmannschaften, Wirtschaftskammer, Private Sicherheitsorganisationen, größere Unternehmen mit eigenen Sicherheitsbeauftragten
  • Zeitgemäße Schulausstattung mit Computerräumen, Glasfaser-Internet und Fernzugriff für Schülerinnen und Schüler. Sportanlagen der Gemeinde direkt neben dem Schulgebäude
  • Eigenes Schülerheim mit Vollverpflegung, Turnsaal und Sauna

Daten und Fakten zur Internetkriminalität in Salzburg (siehe auch GRAFIK)

  • Anzeigen 2017: Cybercrime im engeren Sinn (200), Erpressung im Internet (27), Internetbetrug (573), Internetkriminalität (861), sonstige Kriminalität im Internet (88)
  • Anzeigen 2018: Cybercrime im engeren Sinn (201), Erpressung im Internet (98), Internetbetrug (680), Internetkriminalität (1.044), sonstige Kriminalität im Internet (163)
  • Anzeigen 2019: Cybercrime im engeren Sinn (280), Erpressung im Internet (127), Internetbetrug (959), Internetkriminalität (1.481), sonstige Kriminalität im Internet (242)
  • Anzeigen 2020: Cybercrime im engeren Sinn (537), Erpressung im Internet (63), Internetbetrug (1.092), Internetkriminalität (1.842), sonstige Kriminalität im Internet (213)

LK_210409_140 (luk/mel)

Diese Meldung wurde um 14 Uhr am 9. April 2021 ergänzt.

Medienrückfragen: Christian Blaschke, Büro Landesrätin Daniela Gutschi, Tel.: +43 662 8042-4921, Mobil: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum

Norbert Hanauer | Mo, 12. April 2021