Schülerinnen und Schüler

Ermutigende News aus der „Schule“ - 9. Kitzbüheler Sommerhochschule

Je mehr negative Berichte die Nachrichten bestimmen, umso mehr kann man sicher sein, dass sich im Hintergrund wichtige Dinge ereignen, die das Geschehen bestimmen, aber nicht den Weg in eine breite Öffentlichkeit schaffen.

Heuer fand zum 9. Mal die Kitzbüheler Sommerhochschule statt, fast ein Jubiläum: das Besondere daran: es gab erstmals eine Zweiteilung:  Einerseits wurden Lehrer/innen in „Youth Start Entrepreneurial Challenges“ geschult, andererseits gab es ein „Train the Trainer Seminar“ für die Multiplikator/innen der Entrepreneurship Education.

Eine Fortbildung in den Ferien? So etwas gibt es? Ja tatsächlich kommen bereits seit neun Jahren Lehrer/innen aus den berufsbildenden Schulen dank der schätzenswerten Kooperation mit dem Rotary Club Kitzbühel an diesen wunderschönen Ort und lassen sich vom Konzept der Entrepreneurship Education begeistern.

Das „Youth Start Entrepreneurial Challenges“-Programm bietet ausgearbeitete Lehrer/innen und Schüler/innen Ansätze, die nach dem Referenzrahmen für Entrepreneurship Kompetenzen und dem TRIO-Modell für Entrepreneurship Education erstellt wurden. Der Referenzrahmen bietet eine Orientierung für den Prozess des Lernens in folgenden Teilkompetenzen: „Ideen entwickeln“, „Ideen umsetzen“ und „Nachhaltiges Denken“ (als Wertorientierung). Darin werden die Kompetenzen von Lernenden in Form von Kann-Beschreibungen (Can-Do-Statements) ausgeführt und beschrieben, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten sie entwickeln sollen.

Da das Trio-Modell für Entrepreneurship Education Basis für das Programm ist, sind unterschiedliche Gegenstände eingebunden. Auf der Ebene I erfolgt das Lernen von Kernkompetenzen unternehmerischer und beruflicher Selbstständigkeit sowie für die eigenständige private Lebensführung. Die Ebene II „Entrepreneurial Culture“ betont die Förderung einer Kultur der Selbstständigkeit, der Offenheit für Neuerungen, der Empathie und Nachhaltigkeit sowie einer ermutigenden Beziehungs- und Kommunikationskultur. Die Ebene III „Entrepreneurial Civic Education“ hebt die Stärkung einer Kultur der Mündigkeit, Autonomie und Verantwortung für gesellschaftliche Herausforderungen hervor. Dies geschieht durch die Entwicklung gesellschaftlicher Ideen, deren Argumentation und das Engagement bei der Umsetzung.

Für die Entiwcklung und Implementierung kooperienen Bildungsministerien aus sechs europäischen Ländern (Luxemburg, Österreich, Portugal, Slowenien, Bulgarien und Dänemark), wobei  Österreich den methodischen Lead übernommen hat. Die Implementierung des Programms wird durch eine wissenschaftliche Beforschung begleitet und verschiedene Fortbildungen angeboten.

Zitate zweier Teilnehmers: „Mir liegt es sehr am Herzen, meine Schülerinnen und Schüler zu selbstständigem, kritischem Denken und zu verantwortungsbewusstem Handeln zu animieren. Dazu können die Entrepreneurial Challenges einen wichtigen Beitrag leisten.“

“Entrepreneurship Education ist mehr als nur gute Unterrichtsmaterialien für wirtschaftliche Themen. Es soll unsere Schüler/innen – und auch uns Lehrer/innen – dazu bringen, über den Tellerrand zu blicken, um sich aus der eigenen Komfortzone heraus zu bewegen. Nur so kann Innovation über verschiedenste Themengebiete entstehen.”

Zeitgleich zur Lehrer/innenfortbildung fand ein Seminar für die engagierten Multiplikator/innen der Entrepreneurship Education statt. Sie verrichten die Basisarbeit in den Bundesländern und an Schulen und sind eine wichtige Unterstützung des Entrepreneurship Education Impulszentrum des BMB. Sie sind die ersten Ansprechpersonen für die Anliegen der Schulen und ihnen kommt dadurch besondere Bedeutung zu. In Kitzbühel wurden zwei Leitfäden gemeinsam mit ihnen ausgearbeitet: „Wege und Prozesse zur Entrepreneurship Schule“ und“ Entrepreneurship Education in der Region – Phasen der Implementierung und  Entwicklung einer Landkarte mit zentralen Prozessen“  notwendige Steps in den Bundesländern für Multiplikator/innen (siehe Poster von Susanne Spangl).

Was mich als langjährige Mitgestalterin immer wieder begeistert, ist die Atmosphäre auf unserer Kitzbüheler Sommerhochschule. Der Entrepreneurial Spirit ist durch das Engagement der Teilnehmer/innen mit Leben erfüllt und unser Team, (Johannes Lindner, Eva Jambor, Inge Koch-Polagnoli , etc) erlebt diese Woche als äußerst bereichernd: Nächstes Jahr vom 10. Juli bis 14. Juli 2017 (Anmeldungen: claudia.muell@kphvie.ac.at) werden wir das runde Jubiläum gebührend feiern! Weitere Informationen: www.eesi-impulszentrum.at und www.youthstart.eu.

Weitere Fotos zur 9. Kitzbüheler Sommerhochschule

Mag. Erika Hammerl (eesi-Impulszentrum)

 

 

Norbert Hanauer | Fr, 30. September 2016