Schülerinnen und Schüler

Entrepreneurship Education – Unternehmergeist macht Schule

Die Kärntner Handelsakademien setzen mit Entrepreneurship Education als schulische Vorbereitung auf das Berufs-„Leben“ besondere Schwerpunkte. Kreativität, Innovationsgeist und unternehmerische Fähigkeiten sind die Schlüsselkompetenzen, die von der Wirtschaft gefordert werden und die sowohl im Unterricht als auch in den Projekten der Wirtschaftsschulen intensiv gefördert werden. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit Partnerunternehmen zusammen, entwickeln innovative Geschäftsideen, gründen Junior Companies und Schülergenossenschaften, beschäftigen sich mit Zukunftsthemen und sind erfolgreiche Teilnehmer an nationalen und internationalen Wettbewerben. Ihre LehrerInnen erwerben durch Unternehmenspraktika in verschiedenen Branchen Praxiserfahrung, die sie im Unterricht anwenden können. Ihnen allen steht mit dem inspire! lab im Lakeside Park Klagenfurt ein Innovationsraum zur Verfügung, der sie bei der Herausforderung, Mitgestalter der Zukunft zu werden, unterstützt.

Als erste Industrie-HAK Österreichs setzt die HAK Althofen auf eine praxisnahe Ausbildung durch ein gelebtes Patenfirmenkonzept. Den Jugendlichen stehen zwei bis drei Partnerunternehmen auf ihrem Weg zur Reifeprüfung zur Seite. Im Rahmen dieser Kooperationen werden Unterrichtseinheiten vor Ort oder Job Shadowing organisiert, aber auch Experten für Workshops und Betriebsbesichtigungen werden zur Verfügung gestellt. Durch diese Vernetzung entsteht eine Win-Win-Situation sowohl für die Schule als auch die regionalen Betriebe, denn häufig werden aus Absolventinnen und Absolventen wertvolle Mitarbeiter der Zukunft.

Als erfolgreiches Jungunternehmen etablierte sich die Junior Company „ROLLAX“ der HAK Wolfsberg am Markt. Mit den selbst hergestellten Roll-On Sticks auf Bio-Jojobaöl-Basis mit 100 % ätherischen Ölen und Kräutern, verpackt in einer edlen Zirbenvollholz-Halterung mit eingebranntem Logo, bewiesen die Schülerinnen und Schüler, dass Nachhaltigkeit und Regionalität oberste Priorität für sie hat. Für ihre Innovation und ihren Unternehmergeist wurden sie beim Landeswettbewerb mit einem Preisgeld für die Klassenkasse belohnt.

 Die SchülerInnen eines dritten Jahrgangs der HAK Feldkirchen setzten ihr Business-Know-How ein, um Unternehmerentscheidungen in Krisenzeiten zu analysieren. Weiters gaben sie ihr Wissen an Jugendliche aus der NMS weiter und zeigten anhand von anschaulichen Praxisbeispielen, wie spannend Wirtschaft sein kann: von der Kalkulation eines Sandwiches, über die Ideenfindung für eine Marke und Gestaltung eines Slogans bis hin zur Umsetzung von PR Aktionen. Die Schüler*innen sind überzeugt, dass unternehmerisches Denken und Handeln in Kombination mit Kreativität und Innovationsbereitschaft die Skills der Zukunft sind.

Wie aus einer kreativen Idee ein Geschäftsmodell wird, lernen die Schülerinnen und Schüler im Ausbildungsschwerpunkt „Entrepreneurship und Management“ an der HAK Spittal/Drau. Mit ihren nachhaltigen und regionalen Geschäftsideen holen sich die Projektgruppen regelmäßig Preise bei Ideen- und Businessplan-Wettbewerben - im Jahr 2020 waren es der erste und zweite Platz in der Kategorie „bester Businessplan“. In der Kategorie „beste Geschäftsidee“ erreichten die Schülerinnen und Schüler alle drei Stockerlplätze in der Landeswertung.

Mit dem Zukunftsthema „Unsere Schule in 30 Jahren“ beschäftigten sich die Lehrer und Schüler der zweisprachigen HAK TAK in mehreren Workshops im inspire! lab im Lakeside Park. Künstliche Intelligenz, Datenschutz, Menschenrechte, Soziale Medien und Startups waren die Kernthemen, mit denen sich die SchülerInnen und LehrerInnen auseinandersetzten. Mut bewiesen sie ebenfalls bei der Gründung ihrer vielversprechenden Juniorcompany ‚For Hak TAK!‘.

Ende August 2020 qualifizierte sich Philipp Steiner, Schüler der HAK Villach für die Internationale Wirtschaftsolympiade, die dieses Jahr online abgehalten wurde. Nach einem fordernden Auswahlverfahren schaffte er gemeinsam mit einer Irländerin im Team den hervorragenden dritten Platz. Einladungen zum Probestudium an der Wirtschaftsuniversität Wien, weiters zu einem Online-Programmierkurs der Stanford University School of Engineering sowie die Teilnahme an diversen Wettbewerben von österreichischen Universitäten folgten.

Mit Junior Companies reüssieren Schülerinnen und Schüler aus Südkärnten schon seit vielen Jahren am Markt. Nun gehört die Praxis-HAK Völkermarkt bundesweit als eine von nur vier Schulen dem Projekt „Genossenschaft macht Schule“ an. Mit eigenen Geschäftsideen gründen Jugendliche Schülergenossenschaften und führen diese über mehrere Jahre. In enger Zusammenarbeit mit der Raiffeisenbank Eberndorf reg. Gen. stehen nicht nur Regionalität und Nachhaltigkeit im Fokus, sondern auch die gelebte Kooperation: klassen- und in der Folge jahrgangsübergreifend – ein Projekt der besonderen Werte.

Die Tage vom 2. bis 4. März 2020 hatten für zwölf Lehrer der HAK 1 International Klagenfurt einen anderen Verlauf. Dienstort war nicht wie gewohnt die Schule, sondern ein Betrieb. Viele Unternehmer erklärten sich bereit, als Partner im Rahmen der Initiative Lehrer in die Wirtschaft für den Erfahrungsaustausch zur Verfügung zu stehen. Die LehrerInnen hatten Gelegenheit, betriebliche Abläufe kennenzulernen, an Besprechungen teilzunehmen, die Herausforderungen des beruflichen Alltags wieder zu spüren und diese wertvolle Praxiserfahrung in den Unterricht einzubauen.

Seit Jänner 2017 steht den Handelsakademien Kärntens ein einzigartiger Kreativraum im Lakeside Park, das inspire! lab, zur Verfügung. HR Mag. Klaus-Peter Haberl, Leiter des Pädagogischen Dienstes der Bildungsdirektion Kärnten, begleitete die Umsetzung in Kooperation mit dem Institut für Innovationsmanagement der Universität Klagenfurt. Sein Statement: „Time for innovation – im inspire! lab finden unsere SchülerInnen eine „Spielwiese“ zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle bis hin zur Verwirklichung von Gründungsvorhaben. In diesem Innovationsraum wird ökonomische, ökologische und soziale Kreativität geweckt und gefördert.“

 

Norbert Hanauer | Mon, 22. Februar 2021